Hochnissl

Blick auf die Südseite des Hochnissl. Der Gratweg über Rotwandl- und Steinkarlspitze ist gut zu erkennen.

Steckbrief

Höhe: 2546 m

Ausgangspunkt: Lamsenjochhütte (1953 m)

Charakter des Weges: Zunächst durch den Lamstunnel (mittelschwerer Klettersteig) auf den Grat. Dort mitunter luftig über Rotwandl- und Steinkarlspitze zum Hochnissl. Gut markiert; Drahtseilsicherungen, doch teilweise auch luftige Felspassagen ohne Sicherungen; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolut notwendig.

Höhenmeter: 600 Hm + 150 Hm Gegenanstiege (auf dem Rückweg über die Lamsscharte ca. 220 Hm Gegenanstiege)

Dauer: Aufstieg ab Lamsenjochhütte über Lamstunnel ca. 3:00 bis 3:30 h, Abstieg über Lamsscharte 2:15 bis 3:00 h

Schwierigkeit: F3-4

Wasserversorgung: keine

Einkehrmöglichkeiten: keine

Am Gipfel

Gipfelkreuz
Gipfelbereich
Aussicht nach Westen
Rastplatz

Wegbeschreibung

Aufstieg über den Ostgrat: Da für die Besteigung des Hochnissl eine Klettersteigausrüstung nicht allzu verkehrt ist, beziehen wir in diese abwechslungsreiche Bergtour auch gleich den Klettersteig Lamstunnel (auch Brudertunnel genannt) mit ein.

Dieser Klettersteig ist recht kurz und nicht wirklich schwierig bis auf die Schlüsselstelle, einem natürlichen, senkrechten Felstunnel am oberen Ausgang des Klettersteigs. Dieser Tunnel verlangt etwas Kraft und Geschicklichkeit. Der gesamte Klettersteig ist sehr gut gesichert und kann in 30 bis 45 Minuten durchstiegen werden, je nachdem, wie viele Leute hier unterwegs sind. Klettersteigausrüstung und Helm sind Pflicht. Vorsicht: Im Frühjahr kann der Ausgang noch mit Schnee verschlossen sein.

Wenn wir aus dem Tunnel heraustreten, erwartet uns (hoffentlich) eine sonnige Aussicht nach Süden. Wir wenden uns nach links (nach Osten) und beginnen nun den langen Gratweg zum Hochnissl. Seilversicherungen begleiten uns immer wieder, vor allem an den beiden Schlüsselstellen, den ostseitigen Abstiegen von der Rotwandl- und Steinkarlspitze. Es ist daher empfehlenswert, das Klettersteigset anzubehalten. Man sei jedoch davor gewarnt, dass nicht jede luftige Passage mit Drahtseilen versichert ist. Der Weg ist auch oft geröllig und erfordert unsere volle Konzentration.

Die nachfolgenden Bilder zeigen den Wegverlauf durch den Lamstunnel und am Ostgrat entlang zum Gipfel.

Gipfel: Hier oben ist nicht allzu viel los, wird doch die Lamsenspitze wesentlich häufiger besucht als der Hochnissl. Alleine wird man aber auch nicht immer sein, doch bietet der Gipfel ausreichend Platz. Das Panorama ist beeindruckend: Im Süden breiten sich die Hohen Tauern aus, nach Osten reicht der Blick sehr weit bis in die Berchtesgadener Alpen und zum Hochkönig.

Rückweg: Auf dem gleichen Weg zurück. Statt wieder durch den Lamstunnel zu klettern, ist der Abstieg über die Lamsscharte zu empfehlen. Dort erwarten uns wieder Drahtseil gesichterte Passagen, die uns aber kaum mehr beeindrucken können, obwohl es auch hier wieder recht ausgesetzt ist. Nach der Scharte gehen wir entweder den normalen Weg hinunter zur Lamsenjochhütte oder fahren das Geröllfeld ab. Für letzteres sollte man geübt sein, denn die "notwendigen" Steine fürs Abfahren sind nicht mehr überall so zahlreich, was schnell unangenehm werden kann.

Überschreitung: Die Überschreitung des Hochnissl hat auch seinen besonderen Reiz: So kann man die beschriebene Tour nach Süden fortsetzen und ins Inntal absteigen. Oder aber man plant eine stramme Tagestour: Von der Karwendelrast am Vompersberg südseitig durch das Bärental und über den Niedernissl hinauf zum Hochnissl, dann den beschriebenen Gratweg zur Lamsscharte, dort nach Süden absteigen und im Vomper Loch wieder zur Karwendelrast zurück. Eine sehr lange und anspruchsvolle Bergtour!

Panoramablick nach Westen

Hochnissl Panorama Fiebig

Gipfelpanorama

Hochnissl Panorama Fiebig

Lamsscharte

Hochnissl Lamsscharte Panorama Fiebig